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Ossip Zadkine

Ossip Zadkine and Valentine Prax, 1928

1890
Zadkine kommt am 14. Juli in Wizebsk, einer weißrussischen Stadt an der Dvina, auf die Welt.
Sein Vater Ephime unterrichtet am örtlichen Seminar klassische Sprachen.
Seine Mutter Sophie Lester stammt von Schotten ab, die zur Zeit Peter des Großen ausgewandert sind.

1905
Seine Eltern schicken ihn nach Sunderland im Norden von England, wo die Familie seiner Mutter lebt.
Er studiert Englisch und besucht Bildhauerkurse an der örtlichen Kunstschule.

1905-1909
Er reist ohne Erlaubnis seiner Eltern nach London, wo er Kurse an der Regent Street Polytechnic besucht.
Um seinen Lebensunterhalt zu verdienen, beschließt er, bei einem Steinmetz zu arbeiten.
Er besucht das British Museum und studiert die dort ausgestellten klassischen Skulpturen.
Er kehrt nach Smolensk zurück, wo er seine erste Skulptur anfertigt.
Rückkehr nach London.

1909-1910
Zadkine lässt sich in Paris nieder und studiert an der École Nationale des Beaux-Arts.
Er findet eine Werkstatt in einem Gebäude namens La Ruche im 15. Arrondissement.

1911
Zadkine zeigt Statuen und Zeichnungen im jährlich stattfindenden Salon d’Automne sowie im Salon des Indépendants.
In Paris wird er auf die Kubisten aufmerksam.
Verkehrt hauptsächlich mit russischen Studenten, die sich in einem Café im Quartier Latin treffen.
Nennt sich bis 1914 Joe Zadkine.

1912-1913
Findet ein Zimmer in der Rue de Vaugirard in der Nähe von Montparnasse.
Studiert die römische Bildhauerei.
In seiner neuen Werkstatt wird Zadkine von seinem Nachbarn, dem Fotografen Marc Vaux, verewigt.
Trifft Brancusi, Guillaume Apollinaire, Jacques Lipchitz, Pablo Picasso, Antoine Bourdelle, Leopold Survage und Robert Delaunay.
Henri Matisse besucht Zadkines Werkstatt.

1914-1915
Teilnehmer an Ausstellungen der Künstlergruppen Freie Secession in Berlin, De Onafhankelijken in Amsterdam sowie der Allied Artists Association in London.
Dank des Kunstsammlers Paul Rodocanachi kann er eine Werkstatt in der Rue Rousselet beziehen.
Freundet sich mit Modigliani an.

1916-1917
Arbeitet als Sanitäter an der Front. Fertigt Zeichnungen und Aquarelle an, die den Krieg behandeln.
Zadkine wird 1917 entlassen.
Er sagt, der Krieg habe ihn „körperlich und seelisch“ zerstört.
Nach seinem Krankenhausaufenthalt in Épernay erholt er sich in Bruniquel im Südwesten Frankreichs.

1918-1919
Fertigt eine Serie von zwanzig Kriegsradierungen an.
Fährt mit seiner kubistischen Arbeit fort; er stellt hohle und volle Formen gegeneinander und fertigt kontrastierende Profile an.

1920
Heiratet am 14. August in Bruniquel (Frankreich) seine Nachbarin aus der Rue Rousselet, Valentine Prax (1897-1981). Tsuguharu Foujita (1886-1968) ist Trauzeuge.
In Zadkines Werkstatt (Rue Rousselet 35) findet seine erste Werkschau statt.

1921
Der Herausgeber der italienischen Zeitung Valori Plastici publiziert die erste Monografie über Zadkines Werk.
Verfasst wurde sie von Maurice Raynal, einem der wenigen französischen Bewunderer von Zadkines neukubistischer Arbeit.
Zadkine schafft überwiegend dekonstruierte Statuen aus Stein oder Holz, die durch ihre streng geometrischen, geschlossenen Formen auffallen.
Es entstehen zahlreiche Aquarelle und Gouachen..

1922
Das Museum von Grenoble kauft die vergoldete Holzstatue „Le Fauve“, eine weibliche Marmorbüste sowie eine Gouache.

1923-1925
Zahlreiche Reisen nach Italien.
Ausstellung in der Takenodai-Galerie in Tokio.

1926
Werkschau in der Galerie Barbazanges in der Pariser Rue de la Boetie.

1928
Das Ehepaar Zadkine bezieht das weiße Haus hinter der Rue d’Assas -„La folie d’Assas“ („der Wahnsinn von Assas“), wie Zadkine es nannte. Nach Valentine Prax‘ Tod wird es zum Zadkine-Museum.
Erste Werkschau in London.

1929
Andre De Ridder veröffentlicht eine Monografie über Zadkine.
Letzterer reist für einen Auftrag nach Brüssel und wohnt im niederländischen Deurne bei seinem Freund Hendrik Wiegersma.

1930
In seinem Werk tritt ein neuer, agiler und barocker Stil zutage, der nach dem Zweiten Weltkrieg Gestalt annimmt.
Ausstellung von Gouachen im Arts Club of Chicago.

1933-1937
Ausstellungen in Chicago, Paris, Brüssel, Antwerpen und New York.
Reist 1937 erstmals in die Vereinigten Staaten.

1934
Kauft ein großes Haus in Les Arques im französischen Département Lot, wo er im Sommer arbeitet.

1935
Die Stadt Paris kauft die drei Meter hohe Holzstatue „Orphée“ für das Petit Palais.
Sie erhält kurze Zeit später einen Platz im neuen Musee d’Art moderne de la Ville de Paris.

1941-1945
Während des Zweiten Weltkriegs flieht Zadkine in die Vereinigten Staaten.
In New York findet er eine Werkstatt.
Stellt in der Galerie Wildenstein aus.
Wohnt in Arizona. Ab 1944 unterrichtet er zwei Mal pro Woche an der Art Students League in New York.
Unterrichtet zeitweilig in North Carolina.
Im September 1945 kehrt er „krank, traurig und pleite“ aus den USA zurück.

1948-1950
Ausstellung im Stedelijk Museum in Amsterdam.
Werkschau im Pariser Musée National d’Art Moderne.
Auf der Kunstbiennale in Venedig erhält Zadkine den Großen Bildhauerpreis.
Ausstellung im Museum Boijmans in Rotterdam.
Dort präsentiert Zadkine zum ersten Mal einen Entwurf für „Die zerstörte Stadt“.
Gibt bis 1958 Kurse an der Pariser Academie de la Grande Chaumiere.

1953
Das sechs Meter hohe Kriegsdenkmal La ville detruite (The destroyed city)
wird am 15. Mai am Leuvehaven in Rotterdam aufgestellt.

1955 – 1960
Zadkine fertigt Skulpturen an, die Vincent Van Gogh gewidmet sind.
Präsentiert fünf Ausstellungen, die in Kanada, wo er Lesungen abhält, ebenso wie in den USA Aufsehen erregen.
Die Wanderausstellung zieht dann weiter nach Seattle und San Francisco.
Zadkine hat unzählige Ausstellungen, insbesondere in sechs japanischen Städten.
Widmet einen Großteil seiner Zeit grafischen Arbeiten.

1961
In Auvers-sur-Oise (Frankreich) wird das Van Gogh-Denkmal enthüllt.
In den folgenden Jahren entstehen Van Gogh-Statuen für Zundert, (Niederlande) und Saint-Remy-de-Provence (Frankreich).
Große Ausstellung in der Tate Gallery in London.

1962
Erste Ausstellung von Tapisserien (Galerie Lacloche, Paris).

1963
Beginnt mit der dritten Version von „La Demeure“, einer Auftragsarbeit für die Nederlandsche Bank.
Diese Statue soll gegenüber der Fassade der Hauptniederlassung auf dem Frederiksplein in Amsterdam aufgestellt werden.
Die Statue Les deux Freres Van Gogh wird im niederländischen Zundert, dem Geburtsort Vincent van Goghs, enthüllt.

1965 – 1966
Der Fotoband Le Monde secret de Zadkine vu par D. Buchanan, in dem 25 Gedichte von Zadkine vorstellt werden, sowie das Album La Forêt humaine mit 18 Lithografien von Zadkine werden publiziert.
Große Werkschau im Kunsthaus Zürich.

1967
Ossip Zadkine stirbt am 25. November in einem Pariser Krankenhaus.
Er wird auf dem Friedhof von Montparnasse beigesetzt.